Aktuelle Kinofilme, demnächst beim kfw
    Katholisches Filmwerk
 

alt Wir möchten Ihnen eine kleine Auswahl an aktuellen Kinofilmen ans Herz legen, die demnächst auch im Programm des kfw zu finden sein wird:

Was bin ich wert?- Der Mensch als Ware und Rohstoff

Who am I

Im Labyrinth des Schweigens

Höhere Gewalt

           Pride

           Zwei Tage, eine Nacht

           Jack

           Hirngespinster

Näheres finden sie ...


hier:

Was bin ich wert?- Der Mensch als Ware und Rohstoff

Die Würde des Menschen ist antastbar – zumindest wenn es sich lohnt. „Was bin ich wert?“ entführt uns in eine Welt, in der Menschen auf Euro und Cent durchkalkuliert werden. Keine Utopie, sondern längst Realität! Gesundheits-Ökonomen, Versicherungsmathematiker, Ärzte, Politiker beschäftigen sich mit der Fage des Wertes eines Menschen; er spielt eine Rolle bei Verkehrsopfern, bei Klimaschutzprogrammen und bei gefallenen Soldaten, beim Humankapital eines Unternehmens und bei Katastrophenszenarien staatlicher Behörden, bei Lösegeldzahlungen, Prostituierten und Leihmüttern. Ein erhellend abgründiger Dokumentarfilm von Peter Scharf, der bereits auf dem 30. DOK.fest München im Mai 2014 für Furore sorgte. „Was der Film besonders deutlich macht: die Menschen sind vor allem eines – nicht gleich viel wert. Auch, wenn man im Tod vereint ist...unfassbar, überraschend und oft komisch“.

Who am I

Ein Film über Identität, Realität und Fantasie: Was ist wahr? Was darf ich glauben? Diese Frage stellt "Who Am I" gleich in den ersten Bildern, und der Film liefert im Verlauf seiner Handlung zahllose Anspielungen, Zitate und Referenzen, von denen man aber nie genau weiß, ob sie nun Hinweise auf eine mögliche Lösung sind oder nur Sackgassen, die zusätzlich verschleiern sollen, was eigentlich offensichtlich erscheint. Hochkarätiger Cyberthriller mit absoluter Starbesetzung über einen Computercrack, der mit seinen Aktionen ins Visier anderer Hacker und der Polizei gerät.

Im Labyrinth des Schweigens

Gegen alle Widerstände kämpft ein junger Staatsanwalt in den 1950er Jahren für Wahrheit und den ersten Auschwitz-Prozess. Verdrängen, vergessen, vertuschen. Drei Begriffe, die den Umgang mit den Untaten des Dritten Reichs Ende der 1950er Jahre beschreiben. Das Nachkriegsdeutschland will nach vorne blicken, Petticoat und Rock'n'Roll repräsentieren die Zeichen der neuen Zeit. Dass die alte Zeit aber unter der Oberfläche gärt und die alten Seilschaften noch funktionieren, das wird dem jungen Staatsanwalt Johann Radmann schmerzlich bewusst. Als er sich gegen den Willen seiner Vorgesetzten mit dem Fall eines Auschwitz-Überlebenden beschäftigt, der in einem Lehrer seinen ehemaligen Aufseher erkannt hat, stößt er auf eine Mauer des Schweigens. Nur der Generalstaatsanwalt Fritz Bauer unterstützt ihn.

Höhere Gewalt

Psychodrama um ein schwedisches Paar im Skiurlaub, dessen Beziehung durch eine vermeintliche Lawinengefahr auf die Probe gestellt wird. Beim gemütlichen Mittagessen in der Sonne rast eine weiße Wand auf das Bergrestaurant zu. Der Pater familias beruhigt die Seinen, das sei eine kontrollierte Lawine. Nachdem die sich aber mit Karacho nähert, reagiert er in großer Panik, packt sein Smartphone und rettet nur die eigene Haut. Die Katastrophe passiert nicht, aber die Frau kann nicht vergessen, dass ihr Mann sie in einer Notsituation im Stich ließ. Immer wieder - auch vor Fremden - erwähnt sie dessen Feigheit, die Ehe droht auseinanderzubrechen. Sein Schuldgefühl und ihr Vertrauensverlust legt sich wie Mehltau über die Beziehung.

Pride

Um gegen Zechenschließungen und Privatisierung zu kämpfen, die Margaret Thatchers Regierung beschlossen hat, treten auch die Bergarbeiter eines walisischen Dorfs in den Streik. Unerwartete und nicht unbedingt willkommene Unterstützung erhalten sie von einer kleinen schwul-lesbischen Aktivistengruppe aus London, die für die Kumpel Spenden sammelt. Als die urbanen Exoten das Dorf besuchen, schlagen Vorurteile durch, herrscht zunächst Distanz, bis man entdeckt, dass es weit mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gibt.
Eine liebenswerte Komödie, die mit Charme und Herz an einen historischen Fall von unerwarteter Solidarität erinnert. Düstere Aspekte, wie AIDS oder Gewalt gegen das Anderssein, werden weder ausgeklammert noch überdramatisiert.

Zwei Tage, eine Nacht

Zwei Tage und eine Nacht, in denen für Sandra alles auf dem Spiel steht: Achtundvierzig Stunden hat sie Zeit, um ihre Arbeitskollegen zu überreden, auf ihre begehrten Bonuszahlungen zu verzichten, damit sie selbst ihren Job behalten kann.Mit der Hilfe ihres Ehemannes zieht Sandra, die wegen einer schweren Depression monatelang nicht in der kleinen Firma arbeiten konnte und in ihrer Abwesenheit sozusagen obsolet geworden ist, also los, in einer Mischung aus Kreuzweg und Sisyphusarbeit. Jede gewonnene Stimme treibt sie an, jede Absage wirft sie in ein immer noch größeres Jammertal, setzt ihr körperlich und seelisch zu. Schlussendlich steuert die Geschichte auf einen ebenso verblüffenden wie genialen Schluss zu, weniger versöhnlich wie der Vorgänger, aber mit einer kämpferischen Lust, wie man sie bei den Dardennes noch nicht gekannt hat: Aufrechten Hauptes verlässt die Heldin den Film, beseelt der Zuschauer den Kinosaal.

Jack

Der zehnjährige Jack ist noch nicht lange im Heim. Die Vorfreude auf die Sommerferien im Kreis der Familie ist groß. Doch am letzten Schultag wird er nicht abgeholt. Mutter Sanna ruft an und vertröstet ihn. Der Bub bleibt mit Danilo und den Erziehern allein zurück. Es kommt zum Streit, bei dem er seinen Mitbewohner verletzt. Verängstigt läuft Jack nach Hause, um Schutz bei der Mama zu suchen. Doch niemand ist da. Nachdem Jack seinen sechsjährigen Bruder Manuel von einer Freundin abgeholt hat, machen sie sich gemeinsam auf die Suche nach ihrer Mutter. Ein leises Drama um die Reise eines Jungen, der früh gelernt hat Verantwortung zu übernehmen. Regisseur und Co-Autorin verstehen es perfekt sich ins Seelenleben ihrer kleinen Helden hineinzudenken und beschreiben lakonisch und poetisch deren Suche nach ihrer Mutter. Den perfekten optischen Rahmen für ihren Film bietet Berlin mit seinen Boulevards, Nachtclubs, Parks und auch öden Randflächen abseits der pulsierenden Zentren.

Hirngespinster

Architekt Hans Dallinger verlor wegen Anfällen von Verfolgungswahn seine lukrative Firma. Nun bringt die anlässlich einer Bewerbung für ein Großprojekt wieder ausbrechende Psychose seine Familie in große Not. Kurzzeitige Einweisungen in die Psychiatrie machen seine Frau, die kleine Tochter und den 23-jährigen Sohn Simon zu Außenseitern in ihrer Kleinstadt. Simons Hoffnungen, eine Beziehung einzugehen und ein Studium zu beginnen, zerschlagen sich, weil er weder den gefährlichen Vater noch die bedrohte Schwester allein lassen will. Wie es sich mit einem schizophrenen Vater lebt, der partout keine Einsicht in seine Krankheit entwickeln will, vergegenwärtigt Christian Bachs selbstverfasster Erstling, der die Leidensgeschichte einer Familie konzentriert und konsequent erzählt. Tobias Moretti ("Das finstere Tal"), dessen durchdringender Blick als Psychotiker durch Mark und Bein geht, sowie Nachwuchsschauspieler Jonas Nay ("Homevideo") als sein zwischen Loyalität und Erwachsenwerden zerrissener Filmsohn Simon verdienen sich redlich den Bayerischen Filmpreis für ihre Leistung.